Der religiöse Tourismus in Belarus ist einer der sich schnell entwickelnden Bereiche. In unserem Land gibt es eine große Anzahl von orthodoxen und katholischen Kirchen mit einer reichen Geschichte und Heiligtümern, die für Christen von Bedeutung sind. Daher kommen sowohl die Bewohner des Landes als auch zahlreiche Touristen an solche Orte.

Das Jahr 2020 ist für Belarus in Bezug auf den religiösen Tourismus sehr bedeutend geworden. Im Mai feierte das Land zwei Ereignisse: den 500. Jahrestag des Mariä-Entschlafens-Klosters von Schirowitschi und den 550. Jahrestag der Auffindung der Ikone der Gottesmutter von Schirowitschi. An der Veranstaltung nahmen bedeutende Persönlichkeiten teil, wie Metropolit Weniamin, Erzbischof Guri und viele andere. Den Ehrengästen des Festes wurden thematische Jubiläumsmedaillen zu Ehren des großen Ereignisses überreicht.

Die Veranstaltungen im Kloster von Schirowitschi begannen mit einem Gebetsgesang vor dem Bild der Gottesmutter von Schirowitschi.

500. Jahrestag des Klosters

Die erste Kirche an der Stelle, an der die Ikone der Gottesmutter in Schirowitschi erschien, entstand 1493.

Das ursprüngliche Gebäude brannte jedoch ab und wurde im Jahr 1520 wieder aufgebaut. Dieses Jahr gilt als Ausgangspunkt in der Geschichte des Klosters. Obwohl die Ikone während des Brandes beschädigt wurde, überlebte sie dennoch. Sie wurde in das restaurierte Kloster gebracht und vierzig Jahre später zog sie in das Steinkloster.

Im Jahre 1613 übergab Jan Melesсhko, der damalige Besitzer des Anwesens Schirowitschi, das Kloster den Unierten und schenkte ihm zusammen mit ihm neue Ländereien und verschiedene Wertgegenstände. Lew Sapega und Dominik Soltan machten auch große Spenden in Form von Ländereien und Wertgegenständen zu seinen Gunsten.

Aber das Schicksal des Klosters ist nicht einfach, da es 1655 wieder einen großen Brand erlitt, nach dem viele Gebäude in Stein wieder aufgebaut werden mussten. Das Objekt war bis 1839 (bis zur Liquidation der unierten Kirche) uniert - danach ging es an die Orthodoxen über. Im Laufe der Zeit wurde dort ein Priesterseminar gegründet, die bis 1915 funktionierte.

Während des Ersten Weltkrieges wurde die Ikone von Schirowitschi nach Moskau in die Kathedrale Basilius des Seligen gebracht. Sie überstand auch den Zweiten Weltkrieg, während dessen die Kathedrale funktionierte.

Heutzutage umfasst der Komplex die Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale, die Epiphanie-Kirche (Rokoko-Architektur), die Georgskirche, das Wirtschaftsgebäude, den Glockenturm und das Wohngebäude.

Während der Feiern zum 500. Jahrestag des Klosters wurde ein Denkmal für den Märterer Serafim auf dem Territorium des Komplexes enthüllt. Die Geistlichen weihten auch neue Glocken - die schwerste der 12 wiegt mehr als 4 Tonnen.

550. Jahrestag der Auffindung der Ikone

Die erste Erscheinung der Ikone der Gottesmutter geschah im Jahr 1470: Sie wurde von jungen Hirten im Wald gefunden. Sie brachten die Ikone in das Haus des Bojaren Soltan, der die Ikone in eine Truhe legte, aber wenig später fand er sie dort nicht. Und am nächsten Tag fanden die Hirten wieder die Ikone im Wald an der ursprünglichen Stelle. So erkannte Soltan, dass es notwendig war, eine Kirche zu bauen.

Die zweite Erscheinung der Ikone der Gottesmutter geschah im Jahr 1520, als sie nach einem Brand verschwand. Dann erschien die Mutter Gottes den Kindern in den Händen mit diesem Bild — und die Ikone wurde in die restaurierte Kirche zurückgebracht.

Um die Geschichte der Ikone zu ehren, wurde der Grundstein in diesem Jahr während der Feiern zum 550. Jahrestag der Ikone auf dem Territorium des Klosters gelegt, um ein Glockenturm-Denkmal zu bauen. Dieses Denkmal ist auch dem 500. Jahrestag des Klosters und dem 75. Jahrestag des Großen Sieges gewidmet. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich das Projekt noch in der Entwicklung, aber die Ehrengäste haben bereits den Grundstein gelegt, von dem alles beginnen wird.

Das Kloster in Schirowitschi und seine Heiligtümer sind äußerst wichtige religiöse Stätten für Belarus. Nicht umsonst hat das Fest des Jahres 2020 so viel Aufmerksamkeit erregt. Aber im nächsten Jahr und in der Zukunft werden Feiern auf dem Territorium des Klosters stattfinden, die diesen Ort verherrlichen und Besucher aus dem ganzen Land und dem Ausland anlocken.